FUSION
FUnctionality Sharing In Open eNvironments
Heinz Nixdorf Chair for Distributed Information Systems
 
 

Arbeitsgruppe offenes Design digitaler Verwaltungsarchitekturen


Startdate: 2021-12-01

Finishdate: 2024-12-31

Status: active

Member:
Leila Feddoul
Marianne Mauch
Marc Bodenstein
Maximilian Raupach

Description

Die Arbeitsgruppe ist eine Kollaboration zwischen der FSU Jena, dem DLR Jena, der Universität Bielefeld und der Stadtverwaltung Jena. Im Rahmen zweier vom Bundesministerium des Inneren geförderten wissenschaftlichen Projekten

  • simpLEX
    • Vereinfachung der Erstellung und Verarbeitung elektronischer Dokumente durch Zuhilfenahme maschinenlesbarer Normentexte und Dokumentenbausteine und
  • Canarėno
    • Computerunterstützte Analyse elektronisch verfügbarer Rechtsnormen
werden dort seit Ende 2021 Möglichkeiten untersucht, die Digitalisierung des Zugangs zu digitalen Verwaltungsleistungen zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Um aus Rechtstexten (Gesetze, Rechtsnormen, usw.) Formulare zu erstellen und die damit eingesammelten Daten später in Verwaltungsprozesse einfließen zu lassen, müssen die Texte interpretiert (verstanden) und mit den vorhandenen Prozessen integriert werden.

Die Digitalisierung dieses Prozesses beginnt also damit, die schon machinenlesbar vorliegende Rechtstexte auch maschinenverständlich zu machen. Grob gesagt werden dabei die Textbausteine bekannten Konzepten zugeordnet und miteinander in Beziehung gesetzt. Im Moment ist dies jedoch ein manueller und aufwendiger Prozess. Hier setzt das erste der beiden Projekte, “*Canarėno*”, an und untersucht den Einsatz moderner Textanalysemethoden, unter anderem maschinelles Lernen, um das manuelle Bearbeiten durch Vorschläge zu unterstützen und so zu beschleunigen.

Neben dem Verständnis der Texte ist eine entsprechende Beschreibung der vorhandenen Schnittstellen und Prozesse in der Verwaltung wichtig um zu entscheiden, wie damit gesammelte Daten effektiv genutzt werden können und ob, eine entsprechende Einwilligung vorausgesetzt, ggf. Teile auch schon ausgefüllt werden können.

Dass das nicht immer einfach ist, kann man sich an Beispielen leicht verdeutlichen. Während ein System mit Geburtstagen arbeitet, ist für ein anderes das aktuelle Alter wichtig, beides hängt aber offensichtlich zusammen. Oder: der Begriff *”Einkommen”* bedeutet in verschiedenen Kontexten etwas anderes, hat aber dennoch den gleichen Namen.

Da dieser Prozess in den jeweiligen kommunalen Verwaltungen passiert, dort aber vor allem Verwaltungsfachwissen und weniger IT-Erfahrung vorhanden ist, sind möglichst einfach zu benutzende Werkzeuge essenziell.

Das zweite der Projekte, “*simpLEX*”, setzt hier an. Dort soll untersucht werden, ob besonders einfach zu benutzende Methoden des Programmierens, so genanntes Low-code bzw. No-code, in der Verwaltung einsetzbar sind und wie eine entsprechendes Architekturdesign aussehen könnte.